Strafenfestival in Erfurt

Spielbericht Strafenfestival in Erfurt

 

Eine denkwürdige Partie erlebten die knapp 350 Zuschauer am gestrigen Sonntag in der Erfurter Eishalle. Dabei waren die Vorzeichen eigentlich klar. Die Gäste aus Herne, bisher ungeschlagen, gingen favorisiert in die Partie. Aber die Erfurter, die kurzfristig noch auf Robin Sochan verzichten mussten, wollten dem Favoriten nur allzu gern ein Bein stellen. Am Ende war es nicht so sehr das Spiel an sich was in Erinnerung bleiben sollte, sondern die insgesamt 167 Strafminuten, die in der Partie verteilt wurden.

Den besseren Start in die Partie hatten zunächst die Gastgeber, nach wenigen Sekunden setzte Schümann die Scheibe an den Außenpfosten. So sollte es weiter gehen, die Erfurter bestimmten die ersten Minuten der Partie, auch bedingt durch 2 Strafzeiten der Gäste. Zählbares jedoch blieb zunächst aus. Als erste Mannschaft kamen dann auch, angesichts des Spielverlaufs, etwas überraschend die Gäste auf die Anzeigetafel. Eine Strafzeit für die Gastgeber nahezu abgelaufen, als Albrecht doch noch die Führung erzielen konnte. Nur wenig später hatten die ersten beiden Protagonisten ihre Meinungsverschiedenheit handfest geklärt und es setzte die ersten persönlichen Strafen. Gosdeck und Ackers durften ihr Temperament gleich 14 min abkühlen, zusätzlich musste noch ein Tobias Esch für die Gäste aufs „Sünderbänkchen“ und diese Überzahlchance nutzten die Erfurter durch Maaßen zum verdienten Ausgleich. Im weiteren Verlauf des ersten Drittels konnten sich zwar beide Mannschaften noch die Ein oder Andere Chance erspielen, ein weiterer Treffer jedoch gelang nicht und es ging mit 1:1 in die erste Pause. 

Der zweite Abschnitt war gerade 28 Sekunden alt, als die Gastgeber erstmals in Führung gehen konnten. Topscorer Michal Vazan war es letztlich der erfolgreich war. Nur knapp 5 Minuten später glichen die Gäste, erneut in Überzahl nach Strafe gegen Kämmerer, durch Kreuzmann aus. Aber die Erfurter hatten die passende Antwort auf diesen Ausgleichstreffer parat. Denn nur 76 Sekunden später brachte ein perfekt ausgespielter Konter über Maaßen, Manske und den Torschützen Schüpping die erneute Erfurter Führung. Aber erneut ließ der Ausgleichstreffer des Favoriten nicht lange auf sich warten. Und wieder Albrecht glich zum 3:3 aus. Nach diesen durchaus aufregenden 8 Minuten beruhigte sich die Partie etwas und weitere Treffer blieben bis zur Drittelpause aus, so dass es mit diesem 3:3 blieb. 

Der letzte Spielabschnitt hatte es dann in sich, zunächst waren wieder die Erfurter am Drücker, konnten aber ihre Chancen nicht nutzen. Ebenso wie die Gäste. In der 50. Spielminute hagelte es dann Strafminuten en masse. Auslöser war ein böser Bandencheck von Paul Klein gegen Ackers, dieser wurde zu Recht mit einer Spieldauerstrafe für Klein geahndet. Nach diesem Check brannten zunächst Klingsporn die Sicherungen durch und er ließ sich zu einem Stockcheck gegen den Kopf von Klein hinreißen, dies brachte ihm, ebenfalls zu Recht, eine Matchstrafe ein. Nächster auf der Liste war dann Nieberle, der sich Klein ebenfalls „zur Brust“ nehmen wollte. Nach etlichen Faustschlägen von Nieberle war auch für diesen die Partie nach einer Spieldauerstrafe beendet. Es sollte jedoch noch nicht das Ende gewesen sein, denn auch Gästetrainer Egen kassierte eine Spieldauerstrafe, zuvor hatte Egen bereits eine Bankstrafe kassiert. Nach diesen chaotischen Szenen wurde dann zur Abwechslung auch mal wieder Eishockey gespielt. In Unterzahl konnten die Gäste nochmals in Führung gehen. Vaskovskiy nutzte einen Fehler im Überzahlspiel der Gastgeber und war auf und davon, ließ auch Reukauf keine Abwehrchance und traf zum 3:4 aus Erfurter Sicht. Genau 120 Sekunden später glich Michal Vazan für die Erfurter erneut aus. Die letzten knapp 10 Minuten lebten dann von der Spannung ob einem der beiden Teams noch in der regulären Spielzeit ein weiterer Treffer gelingen sollte. Da dem nicht so war, musste die Overtime für einen Sieger sorgen. Hier hatte dann doch der Favorit das bessere Händchen und McLeod sorgte für den Extrapunkt und die erste Erfurter Saisonniederlage in der Overtime. Letztlich konnten die Erfurter aber trotz der Niederlage stolz auf sich sein, hatte man dem Tabellenführer der Qualifikationsrunde den ersten Punktverlust beigebracht. 

Tore:

0:1 Albrecht (Snetsinger, Kreuzmann / +1) 10:37
1:1 Maaßen (Kämmerer, Wiesnet / +1) 14:12
2:1 Vazan (Schümann, Weise) 20:28
2:2 Kreuzmann (McLeod / +1) 24:54
3:2 Schüpping (Maaßen, Manske) 26:10
3:3 Albrecht (Marsall, Kuhnekath) 27:45
3:4 Vaskovskiy (Richter, Snetsinger / -1) 49:13
4:4 Vazan (Maaßen, Schümann / +1) 51:13
4:5 McLeod (Ackers, Snetsinger) 61:12

Strafen: Erfurt 19 (+10 Gosdeck +20 Klein) – Herne 23 (+10 Marsall +10 Ackers +10 Eickmann +20 Nieberle +20 Egen +25 Klingsporn)

Zuschauer: 352

geschrieben am 12.02.2018
Stichworte: Spielbericht