TecArt Black Dragons geben erneut in den letzten Minuten den Sieg aus der Hand

Spielbericht TecArt Black Dragons geben erneut in den letzten Minuten den Sieg aus der Hand
Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit hadern die TecArt Black Dragons mit den Entscheidungen der Unparteiischen. Ungewohnt deutlich fiel dann auch die Kritik von Trainer Fred Carroll bei der anschließenden Pressekonferenz nach dem Spiel in Leipzig aus. „Ich fühle mich heute schon ein bisschen verarscht. Wir liefern hier 58 Minuten eine gute Leistung ab, führen und müssen die 3 Punkte eigentlich mit nach Erfurt nehmen. Was in den letzten 2 Minuten passiert ist, ist dann einfach unglaublich“ so der sichtlich angefressene Coach. Doch gehen wir der Reihe nach.

Wie man es von den Icefighters kennt, starteten diese mit viel Schwung in die Partie und drängten die Gäste früh in die Defensive. Der Sekundenzeiger hatte gerade 3 volle Runden absolviert, als ein verdeckter Schuss von Miethke hinter Lehr im Tor der Erfurter einschlug. Sollte die Partie also wie in den letzten Jahren immer wieder den gewohnten Verlauf nehmen? Mitnichten, denn da hatten die Spieler der TecArt Black Dragons nun doch noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Nur knapp 60 Sekunden später gab man die richtige Antwort auf den frühen Rückstand und glich die Partie durch Maurice Keil aus. Der Jubel von Keil hielt sich dabei durchaus in Grenzen, hatte er doch selbst vor 2 Jahren das Trikot der Icefighters getragen. Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, bei dem die Gastgeber zwar ein leichtes optisches Übergewicht hatten, aber die sich bietenden Chancen nicht nutzen konnten. Die Gäste aus Erfurt setzten auf schnelle Konter und sorgten damit immer wieder für Gefahr vor dem Leipziger Tor. Gut 5 Minuten vor der ersten Pause erhöhten die gastgebenden Icefighters den Druck und waren in dieser Phase das spielbestimmende Team, aber mitten hinein in diese Druckphase platzte wieder einer dieser kreuzgefährlichen Erfurter Konter. Über Schümann und Vazan kam die Scheibe zu Sochan und dieser traf zum zu diesem Zeitpunkt durchaus etwas überraschenden Führungstreffer der Gäste aus Thüringen. Mit diesem 1:2 aus Sicht der Gastgeber ging es in die erste Pause.

Im Mitteldrittel legten die Gastgeber zunächst wieder einen Blitzstart auf das Eis und erzielten nach gut 4 Minuten den verdienten Ausgleichstreffer. Wieder war es ein verdeckter Schuss von Miethke, den Philip Lehr passieren lassen musste. Nach diesem Treffer sahen die knapp 1600 Zuschauer, darunter gut 150 mitgereiste Fans aus Erfurt, wieder eine ausgeglichene Partie bei dem sich kein Team entscheidend absetzen konnte. Beide Goalies hielten ihre Tore zunächst sauber und so dauerte es bis kurz vor die Pausensirene, bis der nächste Treffer fiel. Aus dem Gewühl vor dem Erfurter Tor heraus war es letztlich Berger, der Lehr überwinden konnte. Mit dieser knappen 3:2-Führung für die Gastgeber ging es in die 2. Pause.

Das letzte Drittel begann jeweils mit einer Strafzeit für beide Teams, so dass bei 4 gegen 4 viel Räume boten. Diesen Platz wussten die Gäste aus Erfurt zu nutzen. Schümann und Sochan hatten Vazan bedient und dieser traf zum 3:3-Ausgleich. Es sollte aber noch schlimmer für die Gastgeber kommen, denn nur 45 Sekunden nach dem Ausgleich nutzen die Erfurter durch Tom Fiedler, auch er ein Ex-Leipziger, eine Überzahl zur 4:3-Führung. Die Erfurter hatten die Partie also erneut gedreht. Nach dieser Führung fanden sich die Erfurter ein ums andere Mal in Unterzahl wieder, gleich 5 Zwei-Minuten-Strafen sprach HSR Noeller in den letzten 15 Minuten gegen die Gäste aus. Die Leipziger vermochten es aber zunächst nicht, die häufigen Überzahlsituationen zu nutzen. Chancen zum erneuten Ausgleich waren durchaus vorhanden, aber Philip Lehr lief in diesen Minuten zu Hochform auf und entnervte die Leipziger mit mehreren Topsaves. Letztlich konnte aber auch Lehr den späten Ausgleich nicht verhindern. Nur 50 Sekunden vor Ultimo profitierten die Gastgeber davon, dass ein Erfurter einen Pass der Leipziger ins eigene Tor abfälschte. Pikanterweise wurde den Erfurtern kurz vor dem Ausgleich ein aussichtsreicher Konter von Schüpping wegen eines vermeintlichen Icings abgepfiffen. Hätte hier der Erfurter Goalgetter das Tor erzielen können, würde niemand über eine vermeintliche Benachteiligung der Gäste reden. Denn nur Sekunden nach dem Ausgleich brachte eine zumindest diskussionswürdige Strafe gegen Paul Klein das Fass aus Erfurter Sicht zum überlaufen. Coach Fred Carroll konnte sich nach dieser Strafe kaum beruhigen und kassierte zudem noch eine Bankstrafe. In 3 gegen 5 Unterzahl kam es dann wie kommen musste und die Leipziger erzielten noch den 5:4-Siegtreffer. Das Paul Klein im Nachgang der Partie noch eine 10-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam setzte dem Ganzen dann noch die Krone auf.

Tore:
1:0 Miethke (Paavilainen, Raaf-Effertz) 03:03
1:1 Keil (Hofmann, Fiedler) 04:10
1:2 Sochan (Vazan, Schümann) 18:55
2:2 Miethke (Eichelkraut, Velecky) 24:19
3:2 Berger (Kosianski, Virch) 37:11
3:3 Vazan (Sochan, Schümann / 4-4) 42:51
3:4 Fiedler (Ziolkowski, Hofmann / +1) 43:36
4:4 Paavilainen (Raaf-Effertz, Schneider / 6-5) 59:10
5:4 Schneider (Paavilainen, Velecky / 5-3) 59:34

Strafen: Leipzig 10 – Erfurt 16 (+10 Klein)

Zuschauer: 1642
geschrieben am 02.11.2018
Stichworte: Spielbericht