Überraschung in der Wedemark

Spielbericht Überraschung in der Wedemark
Wie schon in der Vorwoche beim Tabellenführer in Tilburg gingen die Erfurter auch in die Partie beim Tabellenzweiten als krasser Außenseiter. Wieder musste Coach Fred Carroll auf gleich 5 Stammspieler verzichten, zwar kehrte Florian Brink ins Team zurück, dafür fiel aber Tim Heyter aus (durfte für die Dresdner Eislöwen in der DEL2 ran). So standen dem Coach am Ende wieder nur 14 Feldspieler und 2 Goalies zur Verfügung. Und doch das Erfurter Rumpfteam trotzte alldem und gewann gegen die Scorpions mit 3:2 nach Verlängerung. Damit konnten die Erfurter von 12 möglichen Punkten gegen die Scorpions deren 5 auf der Habenseite verbuchen.

Vor Beginn in die Partie wurde der Hauptschiedsrichter Marc-Andre Naust geehrt, er bestritt mit der Partie zwischen den Scorpions und den TecArt Black Dragons sein 1000. Spiel als Teil des Schiri-Teams.

Den besseren Start in die Partie hatten zunächst die Gastgeber, die nahezu sofort im Vorwärtsgang waren und die Gäste aus Erfurt im eigenen Drittel nahezu einschnürten. Nach gut 6 Minuten fiel dann auch der erste Treffer für die Gastgeber, Patrick Schmid kam im Slot vor dem Tor von Martin Otte an den Puck und überwand den Erfurter Goalie zum 1:0. Die knapp 800 Zuschauer erwarteten nun eine ähnliche Partie wie Anfang November, als die gastgebenden Scorpione die Erfurter mit 6:1 nach Hause schickten. Doch die Erfurter hatten so ganz andere Pläne für diese Partie. Etwas überraschend fiel dann auch der Ausgleichstreffer. Vazan und Klein hatten Schüpping bedient, der sich ins Drittel der Gastgeber, Goalie Mathis auf dem falschen Fuß erwischt und die kleine Hartgummischeibe in den Maschen des Tores versenken konnte. Die Antwort der Gastgeber erfolgte aber nur knapp 50 Sekunden später, wieder konnten die Erfurter nicht konsequent genug klären und Dennis Schütt traf zur erneuten Führung. Es sollte für lange Zeit der letzte Treffer des Spieles gewesen sein. Dabei hatten die Gastgeber im zweiten Teil des ersten Drittels genug Chancen, das Spiel vorzuentscheiden. Aber Martin Otte im Erfurter Tor war nun warm gelaufen. Mit etlichen überragenden Saves brachte er die Stürmer der Gastgeber noch im ersten Drittel schier zur Verzweiflung. So blieb es bis zur ersten Pause bei der knappen Führung der Gastgeber.

Im Mitteldrittel sahen die Zuschauer eine ähnliche Partie, nämlich Erfurter, die vor allem in der Defensive gebunden waren und dabei die Gastgeber immer wieder im letzten Moment am Torerfolg hindern konnten. Im Verbund mit einem weiterhin glänzend aufgelegten Martin Otte verhinderte die Erfurter Defensive immer wieder den Torerfolg der Gastgeber. Dabei war es egal, wer es auf Seiten der Gastgeber auch versuchte unter anderem Bombis, Schütt, Schmid, Niddery oder Ex-Erfurter Sean Fischer, ein Erfurter Schläger, ein Abwehrbein oder eben Martin Otte waren zur Stelle und verhinderten den Einschlag im Erfurter Netz. Gut 5 min vor der Pause hatte Enno Manske dann sogar den Ausgleich auf dem Schläger, aber der Pfosten des Tores der Gastgeber hatte etwas gegen den Torerfolg. Auch auf der Gegenseite rettete das Torgestänge vor einem Treffer. Dennis Schütt hatte einen mächtigen Schlagschuss abgefeuert, Gegen den Otte machtlos gewesen wäre, aber der Puck klatschte an die Torlatte und konnte anschließend geklärt werden. So blieb es auch nach 40 Minuten beim knappen 2:1 für die gastgebenden Scorpions.

Im letzten Drittel versuchten die Erfurter nun ihrerseits mehr in die Offensive zu investieren, mussten dabei aber immer wieder auf die zum Teil überfallartigen Angriffe der Gastgeber achten. Aber wie schon in den ersten 40 Minuten überboten sich die Hannoveraner im Auslassen von Großchancen. Mit fortwährender Spieldauer schienen die Gastgeber immer nervöser zu werden und diese Nervosität sollte berechtigt gewesen sein. Knapp 5 Minuten vor Ultimo hatten die Erfurter zunächst die Riesenchance zum Ausgleich durch Marcel Weise, diesen konnte Mathis noch abwehren. Knapp 60 Sekunden später war aber dann auch Mathis chancenlos. Nach einem Schussversuch von Schümann konnten die Gastgeber nicht konsequent genug klären, Schüpping schnappte sich den Puck bediente den vollkommen freistehenden Vazan und dieser traf zum vollkommen überraschenden 2:2-Ausgleichstreffer. Diesen Ausgleich beantworteten die Scorpions mit zum Teil wütenden Angriffen, ohne dabei aber zu strukturierten Abschlüssen zu kommen und so verstrichen die letzten Minuten ergebnislos und es ging mit 2:2 in die Overtime.

In der Overtime hatten die Gastgeber zunächst die große Chance zum Siegtreffer durch Fischer, aber auch hier war Otte auf dem Posten. Auch weitere Chancen von Bombis oder Schütt waren sichere Beute des besten Erfurters zwischen den Pfosten (Otte kam im Spiel auf 57 Saves und eine Fangquote von 96,6%). Und so kam es, wie es Sicht der Gastgeber kommen musste. Zunächst konnte Mathis noch gegen Schümann, Vazan und Kämmerer den Gegentreffer irgendwie verhindern, nur um diesen dann knapp 60 Sekunden vor Ende der Overtime, doch noch hinnehmen zu müssen. Wieder waren zunächst Vazan und Schümann gescheitert, vor dem Tor der Gastgeber war ein heilloses Durcheinander, keiner wusste so genau wo der Puck war. Oliver Kämmerer fand ihn und bugsierte die kleine Hartgummischeibe ins Tor der Gastgeber zum umjubelten 3:2-Siegtreffer für die Gäste. Diese konnten sich so für ihre couragierte Leistung mit zwei nicht unbedingt eingeplanten Punkten belohnen. Interessanter Fakt am Rande: die Erfurter blieben während der Partie komplett ohne Strafzeit.

Tore:
1:0 Schmid (Bombis) 05:14
1:1 Schüpping (Vazan, Klein) 08:54
2:1 Schütt (Bombis, Schmid) 09:40
2:2 Vazan (Schümann, Schüpping) 55:48
2:3 Kämmerer (Vazan, Schümann) 63:57

Strafen: Hannover 4 – Erfurt 0

Zuschauer: 789
geschrieben am 04.02.2019
Stichworte: Spielbericht