6 Sekunden fehlten

Stichworte: Spielbericht
26. Oktober 2015
Die Stadionuhr zeigte noch 6,2 Sekunden Spielzeit an, als die gastgebenden Scorpions doch noch das von vielen der knapp 800 Zuschauer nicht mehr erwartete Siegtor erzielten. Zu clever hatten die Gäste aus Erfurt bisher agiert und mit einfachem schnörkelosem Hockey die Gastgeber ein ums andere Mal vor heftige Probleme gestellt. Dieser Treffer brachte die Black Dragons um eigentlich mehr als verdienten Lohn und so mussten sich die Drachen ohne Punkte im Gepäck auf die Rückreise nach Thüringen machen.
Auch in diesem Spiel musste Drachencoach Jan Vavrecka kurzfristig seine Reihen umstellen, denn mit Max Dimitrovici und Christian Grosch fielen 2 wichtige Stützen im Team aus. Daraus folgten dann auch zu Spielbeginn leichte Abstimmungsprobleme in den Reihen der Drachen, welche die Scorpions auch prompt ausnutzen konnten. Die Partie war gerade 4 min alt, als die Gastgeber das 1:0 erzielen konnten. Nach einem Save von Martin Otte konnten die Erfurter nicht konsequent genug klären und Sachar Blank bedankte sich mit dem 1:0. Auch nach diesem Treffer machten zunächst die Gastgeber das Spiel, ohne dabei jedoch für viel Gefahr vor dem Erfurter Tor sorgen zu können. Meist blieb es bei recht harmlosen Schüssen von der blauen Linie, die kein großes Problem für Otte darstellten. Nach etwa der Hälfte des ersten Drittels kamen nun auch die Gäste immer besser ins Spiel und es entwickelte sich ein ansehnliches und spannendes Oberligaspiel. Nachdem die erste Überzahlsituation der Thüringer noch ungenutzt verstrichen war, konnte man die zweite Überzahl schnell zum mittlerweile verdienten Ausgleichstreffer nutzen. Scorpionskapitän Morczinietz musste nur knapp 30 Sekunden auf der Strafbank verweilen, dann hatte Kyle Bodie von der blauen Linie abgezogen, Felix Schümann konnte diesen Schuss noch abfälschen und so war Korff geschlagen. Lange allerdings hatten die Drachen keine Freude an diesem Ausgleich, denn nur 60 Sekunden später schlugen die Scorpions durch Lupzig zurück und gingen wieder in Führung. Dabei blieb es bis zur ersten Pause.
Verwundert rieben sich die anwesenden Zuschauer im Mittelabschnitt die Augen, denn von den Gastgebern war nun kaum noch etwas zu sehen. Konsequent verhinderten die Erfurter in der Defensive alle Angriffsversuche der Scorpions. Und sie setzten selbst mit schnellen Kontern immer wieder Nadelstiche und kamen auch recht schnell zum verdienten Ausgleich. Wieder war es letztlich ein Blueliner der Korff bezwungen hatte, der dabei eine alles andere als glückliche Figur abgab. Sochan hatte abgezogen und an Freund und Feind vorbei ging die Scheibe auf den Stockhandblocker des Hannoveraner Goalies und von dort ins eigene Netz. Auch in der Folgezeit hatten die Gäste mehr vom Spiel versäumten es aber die sich bietenden Chancen konsequenter zu nutzen. Bis auf ein Überzahlspiel, davon 1:20 sogar in doppelter Überzahl, kam von den Gastgebern erschreckend wenig im Mittelabschnitt. Immer wieder verfing man sich im dichten Abwehrnetz der Erfurter. Die beste Chance in dieser doppelten Überzahl der Scorpions hatten dann auch die Gäste, die durch Schümann zum Abschluss kamen, Korff jedoch konnte das 2:2 festhalten. Auch im weiteren Verlauf des Mittelabschnitts waren die Erfurter dem 3:2 näher als die Gastgeber, aber es blieb zunächst beim 2:2.
Auch im letzten Drittel änderte sich das Spiel kaum, die Erfurter beeindruckten mit einfachem schnellen Hockey. Aber wie schon am Freitag gegen Rostock fehlte ein Treffer, der hier wohl eine Vorentscheidung gebracht hätte. Und als sich die knapp 800 Zuschauer schon mit der Overtime angefreundet hatten, war es Koziol, der einen unglücklich von der Bande zurückspringenden Puck über die Linie des Erfurter Tores zum alles andere als verdienten, aber umjubelten Siegtreffer der Scorpions nutzte. Da eben nur noch 6 Sekunden auf der Uhr waren, konnten die Erfurter auf diesen Treffer auch nicht mehr reagieren und so musste man sich am Ende mehr als unglücklich geschlagen geben.
Tore:
1:0 Sachar Blank (Igor Bacek, Deon Jones) 3:40
1:1 Felix Schümann (Kyle Bodie, Robin Sochan / +1) 17:40
2:1 Daniel Lupzig (Christoph Koziol, Phil Hungerecker) 18:42
2:2 Robin Sochan (Felix Schümann, Kyle Bodie) 23:54
3:2 Christoph Koziol (Igor Bacek, Andreas Morczinietz) 59:54
Zuschauer: 784
Strafen: Hannover 6 – Erfurt 8

Weitere News

21. Oktober 2015

Spielverlegung

Heimspiel verlegt

Sponsoren