Dem Meister ein Bein gestellt

Stichworte: Spielbericht
19. November 2016

In einem hochdramatischen Spiel konnten die Black Dragons am späten Freitagabend gegen den amtierenden Meister aus Tilburg am Ende knapp, aber verdient, mit 4:3 die Oberhand behalten. Dabei stand Drachencoach Thomas Belitz nur ein Rumpfkader zur Verfügung, zwar kehrte Vostarek in den Kader zurück, doch mit Zurek, Manske, Ulitschka und Kämmerer fielen gleich 4 Stammkräfte verletzt bzw. angeschlagen aus. Damit standen lediglich 16 Feldspieler und 2 Goalies zur Verfügung.

Die Partie begann ohne lange Abtastphase und beide Teams schenkten sich von Beginn an keinen Zentimeter Eis. Die Gäste aus Tilburg schlugen dabei zwar die technisch feinere Klinge, hatten aber scheinbar nicht mit dem bedingungslosen Kampf der Erfurter gerechnet. Die Gastgeber agierten zunächst aus einer sicher stehenden Abwehr und versuchten mit schnellen Kontern immer wieder Nadelstiche zu setzen. Einer dieser Konter führte in der 5. Spielminute zur ersten Überzahlsituation und diese sollte gleich genutzt werden. Schümann hatte die Scheibe zurück zur blauen Linie gespielt, wo Sochan lauerte und einen Pass in Richtung Tor schlenzte. In diesen Pass konnte Paul Klein noch den Schläger halten und die Scheibe schlug unhaltbar für Oosterwijk im Netz ein. Nach diesem Rückstand bestürmten die Gäste das Erfurter Drittel, konnten sich aber kaum zwingende Chancen erspielen. Ganz anders die Drachen, die mit ihren Kontern immer wieder für viel Gefahr vor Oosterwijk sorgen konnten. Der Goalie der Trappers konnte sein Team aber mit einigen guten Paraden im Spiel halten und so blieb es beim knappen 1:0. Nach 12. Minuten jubelten die gut 500 Zuschauer in der Erfurter Eishalle erneut, Michal Vazan hatte mit tollem Schuss Oosterwijk erneut bezwungen und so das 2:0 erzielt. Nach diesem erneuten Nackenschlag mussten sich die Trappers erst einmal sammeln und so passierte in den nächsten Minuten nicht allzu viel. Erst kurz vor der Pausensirene starteten die Gäste noch einmal eine Offensive und versuchten den Spielstand von 0:2 noch zu verkürzen. Diese Bemühungen blieben allerdings ungenutzt und so ging es mit einem 2:0 aus Erfurter Sicht zum ersten Mal in die Kabinen.

Das Pausendonnerwetter in der Kabine der Gäste muss relativ heftig ausgefallen sein, denn mit Beginn des Mittelabschnittes übernahmen die Trappers mehr und mehr die Spielkontrolle. Dabei musste man aber immer wieder auf die zum Teil kreuzgefährlichen Konter der Erfurter achten, die an ihrer Taktik aus dem ersten Drittel festhielten. Es dauerte bis zur 28. Minute bis die Bemühungen der Gäste belohnt werden sollten, nach einer unübersichtlichen Szene vor dem Erfurter Tor schaltete de Hondt am schnellsten und bugsierte die Hartgummischeibe ins Tor. Die Zuschauer und die Erfurter Spieler wollten zwar einen hohen Stock gesehen haben, aber die Proteste verhallten ungehört und es stand 1:2 aus Gästesicht. Nach 32 Minuten fiel gar der Ausgleich durch Ryan Colier. Colier hatte gerade eine Strafzeit abgesessen, als er von Hagemijer auf die Reise geschickt wurde und Reukauf zum zweiten Mal bezwingen konnte. Die Erfurter waren nach diesem Ausgleichstreffer aber keineswegs geschockt und antworteten in einem Überzahlspiel mit der erneuten Führung. 12 Sekunden hatte Verkiel auf der Strafbank gesessen als erneut Vazan traf und das Ergebnis auf 3:2 stellte. Nach diesem erneuten Rückstand antworteten die Gäste mit zum Teil wütenden Angriffen, diese konnten aber die Erfurter mit vereinten Kräften abwehren und so blieb es bis zur 2. Pause beim 3:2.

Das letzte Drittel stand ganz im Zeichen der Gäste, diese versuchten bedingt durch eine Überzahl schnell zum Ausgleich zu kommen, doch hatte man die Rechnung ohne die Drachen gemacht. Die Erfurter kämpften wie die Berserker, blockten Schüsse oder warfen sich mit vollem Körpereinsatz in die Schussbahn. So konnte man die Führung Minute um Minute verteidigen. In der 47 Minute kam Robin Sochan an der Mittellinie an den Puck tankte sich in Richtung Trappers Tor durch und konnte schließlich nur durch ein Foul gebremst werden. Den fälligen Penalty vergab er zwar, aber nur Sekunden später zappelte die Scheibe doch noch im Netz der Gäste. Sochan hatte den Gegenangriff der Trappers unterbunden, wunderbar auf den vor dem Tor lauernden Grosch gepasst und dieser vollendete zum 4:2-Zwischenstand. Die Trappers kamen zwar durch van Gestel in der 54. Minute noch einmal auf 3:4 heran, aber mehr ließen die Erfurter nicht mehr zu und retteten die knappe Führung über die Zeit. Man hätte glatt meinen können ein Jumbojet wäre in der Eishalle gelandet mit solcher Lautstärke wurden die Erfurter von ihren Fans minutenlang gefeiert.

Am Sonntag geht es dann für die Erfurter auf die weite Reise nach Hamburg, dort warten die Crocodiles auf das Team von Trainer Belitz.

Tore:

1:0 Paul Klein (Robin Sochan, Felix Schümann / +1) 4:43
2:0 Michal Vazan (Christian Grosch) 11:40
2:1 Reno de Hondt (Jordy van Oorschot) 27:52
2:2 Ryan Colier (Diederick Hagemeijer) 31:50
3:2 Michal Vazan (Christian Grosch, Mathias Vostarek / +1) 35:17
4:2 Christian Grosch (Robin Sochan) 47:20
4:3 Boet van Gestel (Levi Houkes, Jordy van Oorschot) 53:10

Strafen: Erfurt 10 – Tilburg 18

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