Der Favorit wankte, fiel aber nicht

Stichworte: Spielbericht
21. September 2015

Im letzten Testspiel vor dem „scharfen Start“ in die Punktspiele am kommenden Freitag gegen die Saale Bulls aus Halle mussten sich die Black Dragons am Ende doch recht deutlich, eigentlich zu deutlich, mit 3:6 dem Favoriten aus Bayreuth geschlagen geben. Die Partie stand aus Erfurter Sicht so gar nicht unter einem guten Stern. So konnte Drachencoach Jan Vavrecka nur mit einem Rumpfteam nach Franken reisen. Zu den bereits am Freitag ausgefallenen Spielern Hofmann, Schümann, Zurek, Zech und Dimitrovici gesellten sich mit Schaufuß und Rößger noch 2 weitere Spieler. Damit blieben Jan Vavrecka nur noch 14 Feldspieler und 2 Goalies übrig und das auch nur deshalb, weil der in Chemnitz eigentlich DNL II spielen sollende Justin Creutzburg noch schnell von Chemnitz nach Bayreuth „eingeflogen“ wurde.

Die Partie schien zunächst den erwarteten Verlauf zu nehmen. Denn gerade knapp 4 min waren gespielt, als die Tigers ihre erste Überzahlsituation postwendend in zählbares auf der Anzeigetafel ummünzten. Bruce Becker war es schließlich der Maximilian Gimbel überwinden konnte. Es sollte für lange Zeit der einzige Treffer bleiben, denn fortan bissen sich die Tigers an der Drachendefensive um einen hervorragend aufgelegten Max Gimbel die Zähne aus. Erfurter Chancen blieben, wie schon am Freitag im ersten Drittel zwar Mangelware, aber dafür gelang es den Drachen nahezu perfekt, den Bayreuther Angriffswirbel zu unterbinden. So blieb es zunächst immer wieder bei Einzelaktionen der Gastgeber, welche aber spätestens eine sichere Beute von Gimbel wurden. Egal wer es seitens der Bayreuther auch versuchte, an Gimbel war bis zur ersten Pause kein Vorbeikommen mehr. Und so blieb es bis zur ersten Sirene beim knappen 1:0 für die Gastgeber.

Im Mittelabschnitt hatten die Erfurter zunächst den besseren Start ins Drittel und erarbeiteten sich in Überzahl gute Chancen. Es fehlte aber noch etwas das Schussglück. Wie man es besser macht zeigten die Tigers in der 23. Minute, gerade wieder vollzählig, enteilte Bartosch der Erfurter Defensive und vollstreckte zum 2:0 aus Sicht der Gastgeber. Wer nun aber dachte, dieser zweite Treffer würde so etwas wie ein „Dosenöffner“ sein, sah sich schwer getäuscht. Wieder verfielen die Tigers in den bereits aus dem ersten Drittel bekannten Rhythmus mit zu vielen Einzelaktionen, welche es den Erfurtern recht leicht machten, im Spiel zu bleiben. Etwa zur Hälfte der Spielzeit wurden die Gäste dann zusehends mutiger und wurden dafür auch belohnt. Nach einem Zuckerpass von Sochan war es Testspieler Adam Rehak, der seinem Bewacher enteilen konnte und die Scheibe ganz routiniert an Bädermann vorbei in den Maschen unterbringen konnte (33.). Und es sollte noch besser kommen, denn die Erfurter zauberten nur 3 Minuten später einen blitzsauberen Angriff auf das Bayreuther Eis. Grosch, der an der blauen Linie lauerte bekam den Puck, täuschte einen Schuss an, spielte stattdessen aber einen Pass auf Marcel Weise, dieser wiederum leitete weiter auf Adam Rehak welcher im Slot lauerte. Rehak scheiterte zunächst noch mit dem Schuss, bekam aber nach der Parade von Bädermann noch einen zweiten Versuch und diese nutzte er zum 2:2-Ausgleich. Damit hatten die knapp 900 Zuschauer, abgesehen von den knapp 30 mitgereisten Gästefans, so gar nicht gerechnet und es gab erste Unmutsäußerungen der Zuschauer. Diese blieben nicht lange unbeantwortet, aber so gar nicht nach dem Geschmack der Zuschauer. Denn die Erfurter gingen nun sogar in Führung. Wieder war Rehak beteiligt, diesmal per Assist. An der blauen Linie kam er in Scheibenbesitz, hatte freie Schussbahn und zog sofort ab, diesen Schuss fälschte Robin Sochan noch entscheidend ab und so der Puck den Weg in die Maschen des Bayreuther Tores. Damit hatten die Erfurter den Favoriten aber wohl etwas zu sehr geärgert und diese antworteten mit zum Teil wütenden Angriffen und wurden kurz vor Drittelende doch noch belohnt. Kolupayloreagierte nach einer Parade von Gimbel gegen einen Sevo-Schuss am Schnellsten und drückte in Überzahl die Scheibe zum Ausgleich über die Linie. Mit diesem durchaus überraschenden 3:3 ging es in die 2. Pause.

Im letzten Drittel kam es dann doch noch wie erwartet, denn die Erfurter mussten ihrem schmalen Kader immer mehr Tribut zollen und kamen kaum noch zu guten Aktionen. Zunächst war es Pavlu, der sein Team wieder in Führung bringen konnte. Nach weiteren Treffern von Thielsch und Kolozvary war der Endstand von 6:3 perfekt. Dieser Erfolg war zwar verdient, fiel aber aufgrund der beherzten Leistung der Erfurter 1-2 Tore zu hoch aus.

So äußerten sich nach dem Spiel auch beide Trainer vollkommen unterschiedlich. Während Tigers-Coach Waßmiller nur einen positiven Aspekt am Spiel finden konnte („Wir haben gewonnen, das war auch schon das Beste am Spiel für uns.“), sah dies Gästecoach Vavrecka natürlich anders. „Ich bin heute stolz auf mein Team, wir haben unter den gegebenen Voraussetzungen eine sehr sehr gute Leistung gezeigt. Vor allem in der Defensive haben wir lange Zeit gut gegen gehalten. Im Mitteldrittel haben wir die Tigers etwas ärgern können und sind durch schöne Tore sogar in Führung gegangen. Leider sind uns im letzten Drittel etwas die Körner ausgegangen.“

Nun heißt es für die Erfurter die angeschlagenen Spieler wieder fit zu bekommen, denn es bleiben nur 5 Tage Zeit. Dann gastieren die Saale Bulls aus Halle zum Punktspielauftakt in Erfurt.

Tore:

1:0 Bruce Becker (Michal Bartosch, Ivan Kolozvary / +1) 3:25
2:0 Michal Bartosch (Sebastian Mayer) 22:28
2:1 Adam Rehak (Robin Sochan, Marcel Weise) 32:23
2:2 Adam Rehak (Christian Grosch, Marcel Weise) 35:18
2:3 Robin Sochan (Adam Rehak) 37:02
3:3 Fedor Kolupaylo (Daniel Sevo, Jan Pavlu / +1) 38:43
4:3 Jan Pavlu (Fedor Kolupaylo, Jozef Potac) 44:35
5:3 Dennis Thielsch (Bruce Becker, Marcus Marsall) 50:02
6:3 Ivan Kolozvary (Daniel Sevo, Robert Peleikis) 52:27

Strafen: Bayreuth 6 – Erfurt 14

Zuschauer: 899

Weitere News

19. September 2015

Bayreuth eine Nummer zu groß

3:7 Niederlage

18. September 2015

Schwierige Personalsituation

Adam darf spielen

17. September 2015

Wenn Vertrag und Charakter nichts mehr bedeuten...

Kyle verlässt Erfurt

Sponsoren