Essen

Herbe Enttäuschung bei den Drachen

Stichworte: Spielbericht
4. Januar 2020

Jakob Maschke, Thüringer Allgemeine

Nachdenklich kaute EHC-Präsident Hans-Peter Meinhardt im Vip-Raum an seinem Hühnerbein herum. So stark seine Black Dragons ins Duell um Pre-Playoff-Platz zehn in der Eishockey-Oberliga Nord gegen Essen gestartet waren, so stark hatten sie nachgelassen. Saccomanis Doppelschlag binnen einer halben Minute (10./11.) hatte den Erfurtern den Stecker gezogen. Als Meinhardt dann auf einem der großen Bildschirme mit ansehen musste, wie seine Hintermannschaft zum wiederholten Mal nur Geleitschutz bot, Leblanc seelenruhig ins Angriffsdrittel marschieren, sich die Ecke aussuchen und mit sehenswertem Handgelenkschuss zum 0:3 einlochen konnte (29.), hatte der Präsident genug gesehen und stapfte enttäuscht davon.

Daran war zu Beginn nicht zu denken. Denn eine Erkenntnis schien im neuen Jahr Bestand zu haben: das stürmische erste Drittel der Drachen. Wie fast immer in der heimischen Kartoffelhalle begannen sie furios und chancenreich, hatten selbst in Unterzahl zwei dicke Chancen (5. Toivanen, 6. Schüpping). Sie taten das Ihre, um die Drachenfans trotz der zwei jüngsten Sechs-Tore-Packungen gegen Leipzig (1:6) und in Herne (0:6) gleich wieder in Gesangsstimmung zu versetzen. Doch nach neun Minuten Totenstille: Die Erfurter ließen sich klassisch auskontern, Saccomani traf mit der ersten klaren Chance für Essen zum 1:0. Eine halbe Minute später ließen sich die Gastgeber gleich noch einmal düpieren, wieder war Saccomani zur Stelle.

Der Schock saß tief bei den plötzlich fehler- und zaghaften Spielern sowie dem kurzzeitig verstummten Anhang. War der Angriff auf Pre-Playoff-Rang zehn frühzeitig zum Scheitern verurteilt? Tempo, Struktur und Stimmung waren jedenfalls erst einmal im Keller, Essen hatte kaum Mühe, den 2:0-Vorsprung in die erste Pause zu retten. Vor allem das Überzahlspiel der Drachen war katastrophal.

Und blieb es auch zu Beginn des zweiten Drittels. So musste Essens Goalie Frensel selten eingreifen, während sein Gegenüber Otte-Günzler bei den gefährlichen Kontern der Gäste ein ums andere Mal auf der Hut sein musste. Die Spieler in Schwarz, mit schweren Beinen der vielen Spiele um Weihnachten und noch schwererem Kopf, schienen selbst nicht mehr an die Wende zu glauben. „Wir machen es uns gerade selbst kaputt“, sagte Erfurts sportlicher Leiter Henry Tews nach 40 gespielten Minuten und meinte damit die guten und oft siegreichen Heimspiele der letzten Woche, die Lichtjahre entfernt schienen.

Selbst als die Scheibe nach Fischers Rückhandschuss endlich im Moskito-Netz zappelte und es nur noch 1:3 stand (43.), jubelten die Drachen nur verhalten. War die nächste allgemeine Verunsicherung und die damit verbundene fünfte Niederlage in Folge noch abzuwenden? Die Zuschauer jedenfalls schienen es zu glauben, sie hatten endlich ihre Stimmen und Trommelstöcke wiedergefunden.

Und die Drachen ihr Spiel. Sie kreierten nun wieder gute Chancen, doch mal fehlte eine Schlägerspitze, mal parierte Frensel aus Nahdistanz gegen Denner (51.).

Doch Dauerdruck konnten die Erfurter nicht aufbauen. Die Minuten verrannen – und es blieb schließlich bis zur Sirene beim 1:3. Die Black Dragons hatten die große Chance verpasst, erstmals in dieser Saison einen der letzten beiden Tabellenplätze zu verlassen. Für den Kampf um die Pre-Playoffs war die Niederlage ein herber Rückschlag.

Dass die Niederlagenserie bei fünf endet, ist im Übrigen nicht zu erwarten. Am Sonntag (19 Uhr) ist Erfurt beim Zuschauerkrösus Hannover Indians zu Gast.

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