Rostock behält die Oberhand

Stichworte: Spielbericht
30. November 2019

Jakob Maschke, Thüringer Allgemeine

Erfurt Auf zwei Dinge war in der langjährigen Rivalität der TecArt Black Dragons und der Rostock Piranhas fast immer Verlass: dass die Drachen in Rostock verlieren – und dass die Piranhas in Erfurt verlieren. Insofern waren die sangesfreudigen und zuletzt auch siegverwöhnten Drachenfans frohen Mutes, dass ihre Lieblinge den fünften Heimsieg in Folge eintüten würden.

Zwar begannen die Erfurter nicht so furios wie in den letzten Heimspielen. Dafür saß aber gleich ihre erste Chance: Nach zwei tollen Direktpässen von Toivanen und Kostourek scheiterte zwar Fischer erst an Goalie Urbisch, doch den Abpraller versenkte Keil zum 1:0 (10.). Doch wie die Gastgeber brauchte auch Rostock nur wenige Sekunden, um das eigene Powerplay zu nutzen: Koopmann hatte zentral vor dem Tor zu viel Platz und traf mit wuchtigem Schuss zum Ausgleich (11.). Die Gäste nutzten die kurze defensive Unordnung beim Carroll-Team und erzielten nach glücklich abgefälschtem Pass durch Pauker das 1:2 (12.).

Das Spiel wurde nun – wie nicht selten in diesem Duell – unsauberer. Die Drachen profitierten mit kurzzeitiger doppelter Überzahl, konnten diese aber nicht nutzen. Auch wenn Schümann kurz vor der Drittelpause noch einen Riesen vergab, war klar: In den folgenden 40 Minuten musste für einen Heimsieg, den Erfurt zum Überholen der Rostocker brauchte, im Angriff definitiv mehr kommen.

Kam zunächst aber nicht. Das Spiel blieb zerfahren, Spielfluss wollte nicht so recht aufkommen. Wie so oft gegen die Ostseestädter wurde das Spiel zum Abnutzungskampf. Die Drachen leisteten sich viele Fehler im Spielaufbau und schafften es kaum, Druck zu erzeugen. Auch in Überzahl, zuletzt eine Stärke der Drachen, lief die Scheibe nicht flüssig genug für einen Torerfolg. Die Rostocker spielten bis dahin einfacher, aber strukturierter und führten fünf Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels noch immer nicht unverdient 2:1.

Doch zwei Jungdrachen änderten das sechs Sekunden später: Herrschaft und Denner setzten nach, Denner staubte zum 2:2 ab. Wie gewonnen, so zerronnen hieß es aber auch diesmal, denn nur 39 Sekunden später ließen sich die Drachen klassisch, aber viel zu einfach auskontern und schon hieß es wieder 2:3. Das letzte Wort hatte wie im ersten Drittel Schümann, aber wieder wurde kein Torschrei draus.

Endlich mit viel Druck starteten die Drachen ins Schlussdrittel. Schüpping und Herrschaft hatten den Ausgleich auf dem Schläger, scheiterten aber. Eiskalt die Männer aus dem Norden: Wieder nutzten sie einen Fehlpass, bei Koopmanns Treffer zum 2:4 sah dann auch EHC-Torwart Roßberg, in den letzten Wochen starker Rückhalt und Garant der Siegesserie, nicht ganz glücklich aus (46.).

Alle Wut über den bis dato unglücklichen Auftritt seines Teams legte Kostourek dann in seinen Distanzhammer, der flach neben dem rechten Pfosten einschlug (3:4/49.). Die Erfurter hatten nun Topchancen im Minutentakt, der Ausgleich schien eine Frage der Zeit. Doch mal hielt Urbisch, mal ging die Scheibe knapp drüber, mal rettete der Pfosten die Piranhas.

Nun wurde die Zeit zum größten Gegner der Drachen – Coach Fred Carroll bat seine Spieler knapp drei Minuten vor Schluss zur Auszeit. Sekunden später hatte Schüpping nach vertaner Chance ein paar Worte auf den Lippen, die er seiner kleinen Tochter besser nicht beibringt. Fast exakt zwei Minuten vor Spielende leistete sich Rostock eine Zwei-Minuten-Strafe. Doch es passte ins Bild dieses komischen Erfurter Abends, dass sie selbst in doppelter Überzahl – Goalie Roßberg war vom Eis – den Ausgleich nicht mehr schafften. Fischers abgefälschten Schuss lenkte Urbisch mit großartigem Reflex mit dem Fanghandschuh übers Tor. Danach ertönte die Sirene und die Rostocker verließen als schmeichelhafte Sieger das Eis. Die Erfurter hatten es derweil den Sprung in der Tabelle verpasst.

So hatte auch die Party nach dem Spiel vom zweiten 500-Spiele-Mann der Vereinsgeschichte, Marcel Weise, eine traurige Note.

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