41. Spieltag

TecArt Black Dragons Erfurt vs. Herforder Ice Dragons

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Strafen:
Erfurt: 37'
Herford: 16'

Schüsse:
Erfurt 29
Herford 29

Tore:
Erfurt: R. Kramer, M. Markkula
Herford: R. Lindgren (3), J. Kälble, P. Woltmann

Zuschauer: 752

Wenn Drachen Drachen fressen

TecArtBlack Dragons unterliegen den Herforder Namensvettern nach enttäuschendem Spiel mit 2:5

Ein doppeltes Drachentreffen war am Dienstagabend in der Eishockey Oberliga Nord angesagt. TecArt Black Dragons Erfurt vs. Herford Ice Dragons. Ein Titanenkampf. Eher nicht. Hier kreuzten der Tabellenachte mit dem Tabellenletzten die Schläger. Am Ende wurde einer von beiden gefressen. Das traurige Los traf die Erfurter, die mit 2:5 nach den Niederlagen gegen Duisburg und Hamm nun die dritte Pleite in Folge hinnehmen mussten. Was das Stimmungsbarometer der 752 Unentwegten, die unter der Woche den Weg in die Kartoffelhalle angetreten hatten, aber diesmal besonders in den Keller kippen ließ, war die Art und Weise wie sich ihre Cracks präsentierten. Nennen wir’s beim Namen: unterirdisch.

Erfurt und Herford hatten in dieser Saison schon drei Mal um Punkte gerungen. Zweimal behielten die Erfurter jeweils in der Fremde die Oberhand (6:3 und 4:3 OT). Einmal wurden sie von ihren Namensvettern nach desolatem Auftritt in eigener Halle regelrecht gefressen (2:7 am 26. Oktober 2025). Das sollte diesmal nicht passieren. Und erließ sich anfangs auch gut an. Schon nach drei Minuten packte Rene Kramer seinen gefürchteten Hammer aus und pfefferte den Puck ins Gästetor. Drei Minuten waren danach vergangen, als sich die Black Dragons in Überzahl durch Miro Markkula den zweiten Treffer sicherten. Läuft, dachte man. Lief gar nicht. Ein kapitaler Fehler bei eigener Überzahl im eigenen Drittel (7.), Scheibenverlust, und Ryley Lindgren ließ sich das Geschenk nicht entgehen. Unterzahltor zum 1:2. Peinlich.

Justin Spiewok im Drachen-Tor verhinderte als Retter in höchster Not den Ausgleich (11.). Dann verballerten die Erfurter einträchtig ihre Chancen. Dauerfeuer ohne Präzision. 15. Minute: Rauferei, Teil 1. Mit inkludierter Abkühlung in der Box. Selbe Minute: 2:2. Herford kombiniert sich sehenswert rechts durch. Wer gleicht aus? Wieder Lindgren. Auf den Geschmack gekommen, drängen die Gäste nun immer öfter in Richtung Spiewok-Tor. 19. Minute: Rauferei Teil 2. Erfurter Zuschauer meinen, ihren Beitrag leisten zu müssen und werfen von oben  Gegenstände auf die darunter liegende Spielerbank der Gäste. Die erste Reihe in dem Bereich wird daraufhin geräumt.

Der zweite Spielabschnitt wurde zum Triumpf für die Herforder, zum Debakel für die Erfurter. Ein Blueliner, Absender Jannis Kälble, landete als Überzahltor im Erfurter Kasten (26.). Die Black Dragons in dieser Phase: betulich, unkonzentriert, fehlerhaft. In einer aktiven Phase verlieren unsere Cracks den Puck, wohl den Anfang vom Ende mit einem folgenschweren Fehler einleitete. 8. Minute, Erfurter Überzahl. Und dann das. Der Puck wird verloren - an wen wohl? - an Lindgren. Der zieht bei eigener Unterzahl davon und trifft zum dritten Mal, zum 2:4. Lähmende Stille in der Kartoffelhalle. Dass Woltmann bei Herforder Überzahl zeigt, wie man aus diesem numerischen Vorteil Kapital schlägt und Tor Nr. 5 markiert (33.), passte da ins Bild. Die Westdeutschen machen zunehmend das Spiel, die Hausherren fallen durch Scheibenverluste und unerklärliche Fehlpässe auf. Wenn halbwegs etwas gelang, war Herfords Keeper Jakub Urbisch zur Stelle. Die Stimmung am Nullpunkt, man hört gequältes Stöhnen. Die TecArt Black Dragons ohne Zweikampfhärte und Körperlichkeit ergeben sich im kollektiven Blackout.

Im Schlussdurchgang versuchte als Erster Jonas Gerstung, das Blatt irgendwie noch zu wenden, scheitert aber (41.). Herfords Drachen spielen nun unbeschwert ihren Stiefel runter. Klack! Jackson Pierson trifft nur das Torgestänge (47.). Eine Minute später: Rauferei Nr.3. Zwei Minuten Zwangspause für Louis Postel und Timo Sticha. 51. Minute: Rauferei Nr. 4. Eine mit Folgen, denn das Handgemenge entstand, weil sich Fritz Denner zuvor zu einem Bandencheck gegen einen Herforder hatte hinreißen lassen. Ein Frustfoul. Die Quittung: fünf Minuten Strafe plus Spieldauer. Die Partie holpert der Schlusssirene entgegen. Es ist jetzt eines dieser Spiele, wo man sich wünscht, sie mögen schnell zu Ende gehen. Dann ist Niederlage drei am Stück besiegelt. Eine Pleite auf der ganzen Linie. Und am Freitag warten die Icefighters in Leipzig, am Sonntag kommen die Hannover Indians. „Es gibt da einiges zu klären“, so ein enttäuschter Drachen-Coach Sebastian Wolsch nach der Partie. Man habe gut begonnen, nach dem ersten Gegentreffer aber das Eishockeyspielen eingestellt, so seine Analyse.

Epilog: Mit so einer Spielweise riskiert man am Ende womöglich noch den achten Tabellenplatz.

Michael Keller

 

 

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Highlights

Pressekonferenz

 

Fotos: Andreas Döll

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letzte Änderung: 25.01.2026