TecArt Black Dragons Erfurt vs. Hannover Indians
Strafen:
Erfurt: 10'
Hannover: 10'
Schüsse:
Erfurt 26
Hannover 26
Tore:
Erfurt: C. Seto, M. Markkula, N. Jakob
Hannover: B. Aubin (2x), R. Moser, T. Möller, R. Killins
Zuschauer: 1400
Hoffnung trotz fünfter Niederlage am Stück
Die TecArt Black Dragons verlieren gegen den Tabellenzweiten, die Hannover Indians, 3:5
Das Unangenehme vorab: es war die fünfte Niederlage für die TecArt Black Dragons in Folge. Aber eine, die die trostlosen Auftritte zuvor, z.B. beim 2:5 gegen die Herforder Drachen am Dienstag wenigstens teilweise vergessen ließen. Die gute Nachricht: Tabellenplatz acht ist voraussichtlich fix.
Das Erwartbare ist eingetreten. Erfurts Cracks verloren gegen die Hannover Indians, einen der heißen Anwärter in den kommenden Play Offs der Oberliga Nord, mit 3:5 in der Kartoffelhalle. Vor, tatsächlich, erneut 1400 Zuschauern. Volle Bude. Was nichts anderes bedeutet, als dass Erfurts Eishockeypublikum an seine Drachen glaubt, mit ihnen leidet, mit ihnen jubelt. Egal, wie dicke es kommt. Und dicke kam es in dieser Saison schon einige Male. Aber nicht dicke genug, um den Drachen die Freundschaft zu kündigen.
Und dann ging es zum Dank für diese Treue am Sonntag auch gleich richtig los. So, als wollten die Wolsch-Jungs für die vier Niederlagen zuvor - gegen Duisburg, Hamm, Herford und Leipzig - mit insgesamt 20 Gegentoren, um Absolution bitten. 6. Minute: Das Duo Markkula-Seto schlägt zu. Der 24-jährige Finne legt auf, der 29-jährige Kanadier klinkt trocken ein. So geht internationale Kooperation in Zeiten, in denen sich scheinbar alle nur rund um den Erdball bekämpfen.
Fast hätte es geklappt, um den kostbaren Vorsprung mit in die erste Pause zu nehmen. Doch fünf Sekunden vor der Sirene passiert es. Hannover in Überzahl bestraft die Kühlpause von Erfurts Youngster Jonas Fontana mit dem Überzahl-Ausgleich durch Ryker Killins. Schon im ersten Abschnitt war erkennbar, was beide Teams trennt - kleine Welten. Die Indians dynamisch, pucksicher, technisch beschlagen, kreativ und kombinationsfreudig, hatten da den Erfurter einiges voraus. Die ihre Nachteile im Kämpferischen und diesmal endlich wieder mit einem leidenschaftlicheren Auftritt zu kompensieren versuchten. Nicht außer Acht lassen sollte man dabei, dass die erste Reihe der Niedersachsen allein so viel kostet, wie die gesamte Erfurter Mannschaft, wie ein Insider zu berichten wusste.
Wie dem auch sei, die Black Dragons wollten ihre zuletzt zu Recht gescholtenen Auftritte vergessen machen. Dagegen hatten die Gäste aber etwas. Brent Aubin, der alte Haudegen, traf in der 25. Minute auf Langpass-Vorlage von Killins zur 1:2-Führung, Ryon Moser nutzte eine Zwangspause von Jonas Gerstung zum 1:3 per Blitzkombination. Links-rechts-Mitte-drin. Effektives Powerplay mit Erfolg. Alles nahm seinen vorausgeahnten Lauf. Nicht ganz. Können wir auch, dachte sich wohl Niklas Jakob, als er nur zwei Minuten später den Anschluss herstellte. Allein auf der linken Seite zog er die Scheibe einfach mal aufs Tor - drin. Das war es aber noch nicht. Es fehlte noch ein absolutes Kunststück. 39. Minute: der Scheibenartist der Indians, Tobias Möller, geht auf der rechten Seite durch. Auf Höhe des Erfurter Tore zieht er die Scheibe unerwartet nach innen. Der Winkel, durch den der Puck passen könnte - ultraklein. Eigentlich unmöglich. Und doch - er schlägt ein. Muss man erstmal bringen. 2:4. Ein Tor, dass den Erfurter Fans vor Staunen den Atem verschlug.
Nicht mit uns, meinte wohl Miro Markkula zu Beginn des Schlussdrittels. Der kleine Finne fackelte nicht lange, genau gesagt, 21 Sekunden nach Wiederanpfiff. Einfach mal schießen. Gutes Rezept. 3:4. Hoffnung auf den Rängen. Die in der 56. Minute zusätzlich Nahrung bekam. Penalty, nachdem Hannover sich nicht anders zu helfen wusste, als gegen einen durchgebrochenen Drachen zur Brechstange zu greifen. Aber Santeri Haarala, sonst Mister Zuverlässig, konnte Timo Herden nicht überwinden. Das übernahmen die Gäste dann Sekunden vor Schluss. Erfurt ohne Torhüter. Und wie so oft, kommt dann die Quittung. Das Powerplay geht schief. 41 Sekunden vor Abpfiff traf der abgebrühte Brent Aubin zum Endstand.
Der Drachen-Auftritt lässt Hoffnung. Für die Duelle mit den „Fischköppen“ aus Rostock. Mit denen müssen die Erfurter in drei Tagen gleich zwei Mal die Schläger kreuzen. Weil die Witterung die Fahrt an die Küste am Dienstag zum letzten Vorrundenspiel in der Oberliga Nord zunichte machte, ist nun am Freitag das letzte Vorrundenspiel als Nachholer gegen die Piranhas angesagt. Die könnte man eigentlich gleich mitnehmen, denn im ersten Play off-Spiel am Sonntag heißt es in der Kartoffelhalle voraussichtlich wieder Thüringen vs. Meck Pomm. Es ist noch nicht vorbei. Immerhin.
Michael Keller
letzte Änderung: 31.01.2026